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München - Erneut sorgt die Polizei für Schlagzeilen: Weil angeblich ein Fünf-Euro-Schein verschwunden war, soll ein Polizist in München eine komplette Schulklasse zu Leibesvisitationen gezwungen haben. Mindestens ein Schüler der Friedrich-List-Wirtschaftsschule habe sich dabei ganz ausziehen müssen, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Schülerinnen hätten ihre BHs öffnen müssen, ein weiterer Schüler habe seine Unterhose runterziehen müssen. Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte der „Süddeutschen Zeitung“, dass gegen den Polizisten ein Verfahren wegen Nötigung laufe. „Wenn Strafanträge seitens der Eltern kommen, müssen wir überprüfen, ob der Tatbestand Beleidigung auf sexueller Basis zutrifft.“ Polizeivizepräsident Robert Koch und Polizeisprecher Wolfgang Wenger räumten gegenüber der Zeitung ein, dass das Vorgehen nicht in Ordnung gewesen sei. Beide betonten, dass kein Schüler nackt dagestanden habe. Die Staatsanwaltschaft sowie der zuständige Polizeisprecher waren gestern für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ausgangspunkt für die Aktion war eine Schulung in Zivilcourage, die ein 44 Jahre alter Polizist in der vergangenen Woche in einer achten Klasse an der Wirtschaftsschule gehalten hatte. Eine 16-jährige Schülerin behauptete dabei, ihr sei ein Fünf-Euro-Schein gestohlen worden. Da habe der Polizist den Täter aufgefordert, sich zu stellen. Weil sich niemand meldete, habe er Verstärkung angefordert und mit drei weiteren Beamten die Schüler durchsucht. Einem Schüler, der sich weigerte, seine Unterhose auszuziehen, soll mit einer Anzeige gedroht worden sein. Einem weiteren wurde der After mit einer Taschenlampe abgeleuchtet; ein anderer Schüler musste sein Geschlechtsteil hochheben, berichtet die „SZ“. Ein Fünf-Euro-Schein tauchte jedoch nicht auf. Laut „SZ“ sind alle vier Beamten weiterhin im Dienst. Der 44-Jährige sei jedoch von seinen Aufgaben als Jugendbeamter entbunden worden. Diese sollen Kontakt zu Jugendlichen suchen, um sie von der Begehung von Straftaten abzuhalten oder einfach um als polizeilicher Ansprechpartner für Jugendliche zur Verfügung stehen. Ein Polizeisprecher rechnete frühestens für Montag mit neuen Ermittlungsergebnissen. (avs/mid) |
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