++ Mindestens 80 Verletzte ++ Tragödie begann im Tunnel ++ Notzelte auf Autobahn ++
Massenpanik:17 Tote bei der Loveparade!
Duisburg - Schock beim größten Musikspektakel der Welt: Bei der Loveparade in Duisburg hat es gestern Nachmittag eine Massenpanik gegeben. Dabei kamen nach Angaben der Polizei 17 Menschen ums Leben, mindestens 80 wurden teils schwer verletzt. Die Feuerwehr sprach sogar von bis zu 100 Verletzten. Das Drama spielte sich in einem Tunnel am Haupteingang des Geländes, am Alten Güterbahnhof ab. Wegen Überfüllung wollten Tausende das Gelände verlassen. Gleichzeitig kamen Tausende an, die zur Bühne auf dem Hauptgelände wollten. Schreie, Angst, Panik! Unzählige Menschen prallten zusammen, viele kippten in dem Gedränge um und wurden zerquetscht. Einem Augenzeuge zufolge hatte es keine Fluchtmöglichkeit gegeben: „Die Leute standen mir wie eine Wand gegenüber. Ich hatte Angst, ich sterbe.“ Kurz zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, der Veranstaltungsort sei wegen Überfüllung geschlossen worden. An der Loveparade nahmen nach Angaben der Organisatoren über 1,4 Millionen Menschen teil - dabei ist der Platz offenbar für maximal 500 000 Personen ausgelegt. Trotz des Albtraums ging die Party zunächst weiter: Laut Stadtverwaltung hatte sich der Krisenstab dazu entschlossen, die Loveparade aus Sicherheitsgründen nicht abzubrechen. Bundespräsident Christian Wulff reagierte mit großer Bestürzung auf das tragische Unglück: „Wie viele Menschen in unserem Land, die von diesem Unglück erfahren, bin ich mit meinen Gedanken bei den Opfern der Tragödie und allen ihren Angehörigen und Freunden.“ Er forderte rückhaltlose Aufklärung der Katastrophe. Die Loveparade, die früher in Berlin stattfand, hatte 2007 in Essen ihre Ruhrgebiets-Premiere erlebt. Vor zwei Jahren gastierte sie in Dortmund. 2009 war die in Bochum geplante Veranstaltung abgesagt worden. Grund: Die Stadt konnte den Besucherandrang nicht bewältigen. Auch mehrere junge Menschen aus unserer Region waren zur Loveparade gefahren. Ob sie in die Massenpanik gerieten, war bis Redaktionsschluss um Mitternacht noch unklar. (red)
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