Sägewerk Weinzierl: Versorgt Seniorchef und CSU-Stadtrat seine Parteifreunde mit Aufträgen?
Schwarzer Filz stört grüne Idylle
von CHRISTOPH EBERLE In dem kleinen Örtchen Thannet bei Vilshofen wird momentan fleißig gebaut: Das Sägewerk Weinzierl, das nach Firmenangaben mittlerweile zu den größten Europas gehört, investiert rund 20 Millionen Euro - unter anderem in ein Pellets- und Heizkraftwerk. Die Anwohner sind deswegen schon lange verärgert: Statt ins Grüne, blicken sie fast nur noch auf den riesigen Industriebetrieb in ihrer direkten Nachbarschaft. Die Firma wächst seit Jahren stetig, verursacht außerdem jede Menge an Lärm und Verkehr. Aktionen, wie eine Liste mit rund 130 Unterschriften und Proteste der Stadtrats-Opposition, blieben bislang erfolglos. Die erneute Erweiterung wurde politisch trotzdem durchgewunken. Das kritisiert nun auch der Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky (Grüne). Er empfindet das Sägewerk an dieser Stelle als Schandfleck. „Ein Umzug an die B 8 wäre zwar teurer gewesen, hätte aber alle Probleme gelöst“, so Hallitzky. Dass die Stadtratsmehrheit bei der massiven Erweiterung dem Drängen von Weinzierl nachgegeben hat, findet er nicht nachvollziehbar. „Es dürfte dabei sicherlich kein Hindernis gewesen sein, dass der Senior-Chef für die Bürgermeisterpartei CSU im Stadtrat sitzt“, bemerkt Hallitzky süffisant. Hans Weinzierl durfte zwar selbst nicht mitstimmen, doch seine Parteikollegen ließen ihn offensichtlich nicht im Stich. „Inzwischen kursiert auch das Gerücht, dass Herr Weinzierl Stadtratskollegen mit Aufträgen und Holzlieferungen versorgt“, heißt es auf Seite der Opposition. Betroffen sei neben der CSU - die im Gremium fast die absolute Mehrheit hat - auch die ihr nahe stehende ÜW-Fraktion. Weinzierl selbst war für eine telefonische Stellungnahme nicht erreichbar. Anwohner Garry Anetzberger hat von den Gerüchten aber ebenfalls gehört und kann einen Fall laut eigener Aussage sogar bezeugen: „Der 3. Bürgermeister Siegfried Piske (ÜW) hat mit seiner Firma Arbeiten im Bereich des Regenrückhaltebeckens durchgeführt“, sagt er. „Ich habe ihn selbst auf der Baustelle gesehen.“ Piske wollte sich gegenüber der AS dazu nicht äußern. Anetzberger ist es auch, der zusammen mit anderen Anliegern vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Erweiterung klagt. Der Prozess soll voraussichtlich im Herbst stattfinden. „Ich wünsche den Klägern, dass sie Erfolg haben“, sagt MdL Eike Hallitzky. Außerdem möchte er sich dafür einsetzen, dass - falls die Anwohner Recht bekommen - eine nachträgliche Genehmigung ausgeschlossen ist und das Sägewerk zurückgebaut werden muss.
(03.09.2010) Wenn Musik im Flug verbindet Zwei Orte mit durch Musik zu verbinden war das Ziel der "Kulturwald"-Macher um Bariton Thomas E. Bauer. Beim Eröffnungskonzert des Festivals bedienten sie sich ungewöhnlicher "Hilfsmittel"...